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12 in 12 – Berlin – Data Kitchen: The Future is Now

Keine Stadt ist so Cutting Edge wie Berlin. Das behauptet die deutsche Hauptstadt zumindest gerne von sich selber. Na gut, dann wollen wir das doch mal ausprobieren.

Data Kitchen heisst das Versuchsobjekt und liegt leicht versteckt in den Hackeschen Höfen in Berlin Mitte.

“Der digitaliserte Automat! Slow food fast”

heisst der Werbespruch der Data Kitchen.  Entwickelt wurde alles von Startup-König Heinz Gindullis in Zusammenarbeit mit SAP. DAs will schon was heissen.

Bestellt wird ausschliesslich über eine App. Ja, das ist per se nichts Neues. Auch bei Starbucks kann ich den Kaffee über meine App bestellen. Doch wartet ab.

Ich sitze in Kreuzberg, Es ist kurz nach 12 Uhr Mittag. Ich habe Hunger. Ich bestelle auf der App von Data Kitchen einen kleinen Bio-Salat, frisches Gemüse und einen Strammen Max. Um Punkt 12:45 will ich es bereit stehen haben. In zwei Minuten ist alles bestellt und  bezahlt. Jetzt muss ich nur noch hin.

Ich mach mich fertig, schwinge mich aufs Fahrrad und bin um 12:43 da. Auf meiner App sehe ich, dass das Essen gleich fertig ist. Ich betrete die Data Kitchen  und werde von einer digitalen Wand begrüsst – Good Wall wird sie genannt. Rund 20 Boxen mit modernsten Screens, hinter denen sich Essen verbirgt.

In dem Moment fängt eine Box an zu leuchten. Mein Name wird eingeblendet und dahinter mein Essen. Ein perfekt zubereiteter Salat und in der nächsten Box mein Biogemüse. Mit der App öffne ich das Sesam per Knopfdruck. Die Klappe geht auf und ich schnappe mir meine Bestellung. Wie von Geisterhand geht die Box gleich wieder zu. Schon cool.

Die Temperatur stimmt aufs Grad. Das Gemüse ist super frisch und alles schmeckt klasse. Der Salat ist ein Gedicht und der stramme Max, der etwa zehn mitten später bereit steht, denn die App weiss, dass man nicht alles miteinander essen kann, eine Geschmacksexplosion.

Keine Roboter, die herumfahren, keine 3D-Drucker, die für dich kochen, sondern eine richtige Küche und ein gemütlicher Raum. Hinter dem Tresen steht ein richtiger Mensch, der sogar kurz nach vorne kommt, um zu helfen, falls irgendwas mit den Boxen schief gehen sollte.

“Slow Food – fast” ist keine leere Versprechung. Alles klappt wie am Schnürchen. Der Grosse Vorteil? Man muss weder aufs Essen oder auf die Rechnung warten. Keine unnötige Ablenkung, sondern volle Mittagspause ohne Ärger.

Berlin hat den ersten Test bestanden. Cutting Edge in der Tat. Würde ich wieder kommen? Ja, doch weniger wegen der Technologie, sondern wegen des tollen Essens. Die Data Kitchen rocks.

Ihr könnt es euch nicht so richtig vorstellen? Watch the Video:

 

 

 

 

 

 

12 in 12 – Tag 2 im Apple Store

Groundhog Day. Aufgestanden und der Griff zum iPhone. Backup machen für die Cloud, die mir das Genie gestern eingerichtet hat. Backup gemacht und plopp…da waren fast alle Daten vom iPhone verschwunden. Gleich mal einen Chat mit Apple aufgesetzt. Zwei Stunden später: kein Erfolg.

Wieder ab zum Apple Shop im World Trade Center. Ich erspare Euch die Details. Doch kurz vor 19 Uhr habe ich weder ein iPhone noch einen Computer. Mittlerweile ist der Senior Advisor Tom von Apple mit im Spiel.

Der will mich Morgen dann nochmals höchstpersönlich anrufen, um die Sache in den Griff zu kriegen. Er wollte mir ein Email mit seiner Telefonnummer schicken, falls er nicht zu dem Anruf kommt. Das Mail  ist bisher nicht in meiner Inbox gelandet. Mal sehen. Morgen ist wieder Groundhog Day. Ich bin gespannt.

Ich warte jetzt nur noch drauf, dass ich bald Apple-CEO Tim Cook am Draht habe, der die Ärmel hochkrempelt und das Ganze zur Chefsache erklärt.

12 in 12 – Genau das braucht die Welt

Japan ist Weltmeister der Effizienz und Funktionalität. Hier läuft alles am Schnürchen, alles ist kompakt und durchdacht. Schliesslich sind die meisten Apartments hier in Tokio nur knapp 10 Quadratmeter gross und da muss alles reinpassen, was ein Leben lebenswert macht.  Doch gleichzeitig lieben Japaner auch alle Produkte, die die Welt nicht braucht…äh ich meine natürlich, die die Welt braucht und ohne die ich nicht mehr leben möchte bzw. kann. Hier ein paar dieser Produkte, die ich natürlich alle gekauft habe.

Ein Bär, der mir den Vorhang zurück hält. Genau das habe ich gesucht und dann noch in meiner Farbe…

…dazu passend noch gleich die Socken für meinen Stuhl. Euer Stuhl hat keine Socken? Was seit ihr nur für Menschen?

Ein beleuchtetes Ohrenstäbchen. Juhui…halt, eigentlich gar nicht so dumm. Ich kauf mir gleich noch eins.

Wie langweilig waren Würstchen bis gestern. Doch damit ist Schluss. Meine Servelat sieht ab jetzt aus wie ein kleines Schweinchen. Wie süss…

…und passend dazu. Das gekochte ein in Herzform. Wenn das nicht Euer Geschenk für den  nächsten Valentinstag ist, dann weiss ich auch nicht.

Einen hab ich noch…

In den japanischen Game Halls ist im Moment ein Spiel angesagt und das heisst Panzer Kraftwagen IV und wird mit der Tagline “Girls und Panzer” angepriesen. Kein Scherz. Das hab nicht ich frei übersetzt, sondern das wird genau so beworben. Panzer Kraftwagen IV: “Girls und Panzer. Nicht auf Japanisch, sondern…jaja, schon gut, ich weiss, ihr habt den Witz verstanden. Krass drauf,  diese Japaner.

Girls und Panzer ist übrigens auch eine super erfolgreiche Anime-TV-Serie, die seit 2012 läuft und  zu der drei MangaHefte und ein Roman erschienen ist. Letztes Jahr kam dann der erste Girls und Panzer Film in die Kinos.

Bevor ihr denkt, dass ich jetzt total durchgeknallt bin, die Handlung von Girls und Panzer in Kurzform. Gar nicht so dumm, wie es sich zunächst anhört (t:

Die Handlung spielt in einer fiktiven Welt, in der die militärische Schwerindustrie aus wirtschaftlichen Gründen mit in den allgemeinen Zivilalltag eingeblendet wurde. So ist es in Japan seit Jahrzehnten schon Sitte, dass – in einer extremen Anwendung des Begriffs “Schulschiff” – heranwachsende Mädchen und Jungen ihre Schulzeit auf umfunktionierten Flugzeugträgern verbringen, die in eigenständige schwimmende Gemeinden verwandelt wurden, die sämtliche Komforts einer Kleinstadt an Land bieten.

In dieser Welt ist es ein traditioneller Kampfsport für Mädchen, mit Panzern aus dem Zweiten Weltkrieg Wettkämpfe auszufechten, wobei der Sport Senshadō genannt wird. Die Hauptfigur der Serie ist Miho Nishizumi, die aus einer Familie mit langer Senshadō-Tradition stammt. Nachdem sie an ihrer alten Schule für deren Niederlage im Endausscheid, nach einer neunjährigen Siegessträhne, verantwortlich war, schwor sie dem Senshadō ab und wechselte an eine Mädchenschule. Doch es dauert nicht Lange, bis sie zum Senshadō zurückfindet…

Na, seit ihr jetzt angebaggert? Gebt’s schon zu.

12 in 12 – Jeden Tag ein König

Von mir gibt es eine Fotoserie, wie ich als Baby auf dem “Töpfchen” sitze und so tue, als ob ich eine grosse Rede schwinge. Damals muss ich mich in dem Moment wie ein kleiner König gefühlt haben.

In Japan bin ich  jeden Tag ein König, wenn ich aufs “Töpfchen” gehe. Wie so vieles im Land der aufgehenden Sonne ist auch die Toilette perfektioniert. Das fängt damit an, dass der Klodeckel automatisch nach oben klappt, sobald man sich der Toilette nähert. Der Sitz ist bereits vorgeheizt. Besonders an kalten Wintertagen ist das willkommen. Alles ist supersauber. Meist spielt beruhigende Musik, die einen so richtig entspannen lässt.

Wer zum ersten Mal eine japanische Toilette besucht, ist total überfordert. Schwer zu verstehende Zeichen und dutzende von Knöpfen weisen darauf hin, was das Klo alles kann. Man hat Angst überhaupt einen Knopf zu drücken. Doch wenn man sich etwas Zeit nimmt, dann wird schnell klar, wie es funktioniert.

Wer das Geschäft verrichtet hat, der greift nicht zum WC-Papier, sondern  drückt auf den Knopf, der einen sanften Wasserstrahl auslöst, der alles fein säuberlich und automatisch putzt. Die Stärke wird individuell angepasst und die Temperatur ist genau die Richtige. Japanische Forscher haben herausgefunden, dass die bevorzugte Strahltemperatur knapp über der Körpertemperatur liegt – etwa bei 38 °C. Die Düsenposition lässt sich ebenfalls manuell ändern. Spitzenmodelle bieten sogar vibrierende und pulsierende Wasserstrahlen, die nach Angaben der Hersteller gegen Verstopfung und Hämorrhoiden wirksam sein sollen. Die neuesten Typen können sogar Seife in den Wasserstrahl mischen, um bessere Reinigungsergebnisse zu erreichen. Eine andere weitverbreitete Funktion ist das Warmluftgebläse, meist zwischen 40 und 60 °C variierbar, um die mit dem Wasserstrahl gereinigten Körperregionen zu trocknen.

Zum Schluss wird das ganze WC automatisch geputzt und desinfiziert. Auch der Geruch verschwindet einfach so und völlig magisch. Topmodelle sind gar in der Lage, den Stuhl und Urin zu analysieren und vor sich anbahnenden Krankheiten zu warnen.

Ich hatte solche Toiletten zwar auch schon mal gesehen, doch ich dachte immer, das wäre nur ein Gimmick, den kaum ein Japaner wirklich benutzt. Doch eine Statistik zeigt, dass 78% der Japaner so ein Ding zu Hause haben. In Restaurants und öffentlichen Toiletten sind die Alleskönner sogar die absolute Regel.

Mit den Toiletten ist es mit so vielem im Leben. So lange man es nicht kennt, vermisst man es auch nicht. Doch wenn man es einmal erlebt hat, dann kann man nur schwer zurück – oder könnt ihr Euch vorstellen ohne Internet, Geschirrspüler oder, um eine extremes Beispiel zu wählen, Strom zu leben?

Und noch was. In Japan begann das Zeitalter der High-Tech-Klos im  1980 mit der Einführung der Washlet G-Serie durch Toto. Das Washlet basierte ursprünglich auf einer Erfindung des Schweizers Hans Maurer, der 1957 das Dusch-WC unter dem Namen Closomat erfand und im europäischen Markt ohne grossen Erfolg einführte.

Ach ja und einen Vorteil hab ich fast vergessen. Einen Vorteil, der viele Beziehungskrisen verhindert und für Harmonie sorgt. Der WC-Deckel schliess am Ende des Besuchs automatisch!

12 in 12 – Glück ist nur eine Frage der Zeit

Überall in Bangkok gibt es sie. Die Verkäufer mit ihrem kleinen Klapptisch, die Lose der staatlichen Lotterie verkaufen. 80 Bath oder umgerechnet  2 Euro kostet ein Los, was für einen Thailänder eine Menge Geld ist. Jeder dritte Thailänder kauft sich  so ein Los. Zweimal im Monat werden die Zahlen ausgelost; jeweils ein grosses Ereignis.

Die knapp 20-jährige Araya hat dieses Mal gleich drei Lose gekauft. Die Nummern habe sie von ihrem Goldfisch zugeflüstert bekommen, der sein Futter aus verschiedenen mit Zahlen gekennzeichneten Töpfen herausholt. Das ergibt die jeweilige Glücksnummer, erzählt sie stolz. Sie wolle reich werden, sagt sie und ist davon überzeugt, dass dieses Mal ihr grosser Tag ist. Doch die Chancen dafür stehen schlecht. Die Auszahlquote der Thai-Lotterie beträgt gerade mal 60%, weltweit die tiefste für ein Glücksspiel. Zum Vergleich: beim Pferderennen werden in der Regel 81% ausbezahlt, beim Spiel mit den einarmigen Banditen 89% und beim Blackjack gar 98%.

Das hält Araya nicht davon ab, ihr Glück zu versuchen, immer und immer wieder. Schliesslich ist die Thai Lotterie die einzige legale Form des Glücksspiels in Thailand. Gewinner ist, wer eine der ausgelosten Dreierkombinationen hat. Dieses Mal sind das 066, 807, 426 und628.

Araya hat keine dieser Kombinationen und geht auch dieses Mal leer aus.” Na, macht nichts, vielleicht kann ich in der Untergrundlotterie noch was für meine Tickets kriegen” meint sie.

Neben der offiziellen Lotterie gibt es noch die Untergrundlotterie, eine halbwegs illegale Institution (was auch immer das heisst). Die Thailändische Regierung versucht seit Jahren, gegen die Untergrundlotterie vorzugehen. Die gegenwärtige Militärregierung hat das gar zu einer ihrer Top-Prioritäten gemacht. Bisher ohne Erfolg. In den verschiedenen Untergrundlotterien wird mehr Geld umgesetzt, als mit der staatlichen Version.

Wie Araya genau im Untergrund noch was für ihre Lose kriegen will, weiss ich nicht. Araya zieht von dannen. Traurig ist sie jedoch nicht. Sie weiss, dass es schon in zwei Wochen wieder die grosse Chance geben wird, reich zu werden. Dann will sie vier Lose kaufen. Ihr Goldfisch wird sie dieses Mal bestimmt nicht im Stich lassen.

 

12 in 12 – 40 Stunden ohne Internet

Nervös starte ich den Browser zum x-ten Mal. Schon wieder nichts. Das Internet ist “down”.  Es ist 10 Uhr Abends und zu spät, um unseren AirBnB-Host über Whatsapp anzurufen. Ach, was rede ich da – Whatsapp geht ja gar nicht und so schlimm ist es ja nicht, mal ohne Internet zu sein.

Eine Stunde später: Ich bin ganz unruhig. Das Email geht weder raus noch rein, die Nachrichten sind immer noch auf dem Stand von vor einer Stunde und meinen Trendengel-Post, den ich gerade  geschrieben habe, kann ich nicht abspeichern. Ist ja schon krass, wie abhängig ich von dem doofen Web bin. Gerade mal eine Stunde Offline und schon bin ich aufgeschmissen. Doch was solls. Heute wird das nichts mehr. Morgen ist bestimmt alles wieder gut.

8:30 Morgens. Ein Sonnenstrahl streichelt mein Gesicht. Ich wache auf. Sofort der Griff zum Telefon. Ach nee. Keine Nachricht und gar nichts. Internet noch immer down. Noch vor dem ersten Kaffee laufe ich kurz zum Strand, um mich  dort ins öffentliche Netz einzuloggen. Mein Host sagt, das Internet sei im ganzen Quartier ausser Betrieb. Er habe beim Provider Telstra angerufen und die arbeiten dran.

Das kann ja heiter werden. Wo soll ich meinen Post schreiben, wie finde ich heraus, wie wir zum Australia-Day-Picknick nach Paramatta kommen, was ist mit den Zwischenresultaten des Australian Open und wo kann ich mir jetzt die Hottest-100 auf Triple-J anhören. Ein News Junkie auf Entzug. Ich sitze im Apartment und es ist still. Mein Telefon funktioniert nicht und meine Frau denkt gar darüber nach, spätestens Morgen das Apartment zu wechseln. Ohne Internet ist man ja nur ein halber Mensch.

Wie kann das denn nur sein? Vor ein paar Tagen beschwere ich mich noch über die Leute, die ständig an ihrem Phone hängen und jetzt bin ich auch schon ganz kribbelig, wenn ich das gute World Wide Web nicht bei mir habe. Wie habe ich das früher nur gemacht? Das ging doch auch. Ich erinnere mich noch – und es ist gar nicht so lange her – wie ich nur mit einem Lonely Planet bewaffnet und ganz ohne Mobile Phone herumgereist bin. Statt Google Maps fragte man sich einfach durch und statt die News zu studieren hatte man sie ganz einfach nicht oder wartete bis zum nächsten Tag und las sie in Zeitung.  War das wirklich so viel schlechter?

Ich erinnere mich insbesondere an eine Reise durch Amerika. Mit einem Freund  ging es im Auto quer durchs Land. Nach mehreren Monaten, es war in New Orleans, fanden wir auf der letzten Seite des Sportteils der Washington Post die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Nach 14 Spieltagen führte Bayern München und mein Verein, der Hamburger Sportverein, lag auf Platz 7. 14 Spieltage ohne jegliche Information! Heute total undenkbar. Das war aber  damals aber total OK und ich empfand es als Geschenk vom Himmel, wenigstens nach 14 Spieltagen diese Tabelle in den Händen zu halten. Kommunikation mit der Heimat gab es damals auch keine. Kein Email und alle paar Wochen vielleicht mal ein Collect Call nach Hause. Das reichte auch. So fühlte man sich so richtig losgelöst und frei. Es zählte nur das hier und jetzt.

Den Weg zum Picknick haben wir dann auch ohne Google Maps gefunden. Ohne Wifi sassen wir im Park, während um uns herum getextet, gechattet und gesurft wurde. Wir haben uns trotzdem gut amüsiert. In der Zwischenzeit hatte uns unser Host eine Nachricht zukommen lassen: Alles sollte wieder gehen, hiess es da. Cool. Zu Hause gleich der Test: Nix. Noch immer kein Internet. Mittlerweile nahm ich es schon etwas cooler. Morgen wird bestimmt alles besser dachte ich mir nochmals. So war es denn auch. Gegen Mittag kam unser Host und startete das Modem, das nicht direkt bei uns in der Wohnung steht, neu. Voila – es geht wieder – juhui.

40 Stunden ohne Internet. Das sollte nicht einmal erwähnenswert sein – ist es aber. Ich kann zwar gut darauf verzichten, die ganze Zeit auf mein Telefon zu schauen – doch nur wenn ich weiss, dass es im Prinzip funktioniert und ich ganz wichtige Nachrichten sofort schreiben oder empfangen kann. Wenn ich jedoch von der Welt abgeschnitten bin, dann fühle ich mich  hilflos. Das ist zwar traurig, ist aber so. So langsam verstehe ich, dass es Entzugskliniken für Smart-Phone-Süchtige gibt. Ich hoffe schwer, ich lande nicht auch mal in so einer…

 

12 in 12 – Mexico is the Shit

 

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Ach ja, falls Ihr Euch fragt, wie die Mexikaner mit den Nachrichten, dass Mexikanerhasser Donald Trump bald Präsident ist und dann mit Mexiko aufräumen wird, umgehen, kann ich Euch beruhigen. Sie nehmen es mit viel Humor. Wie sonst… Ganz angesagt in CDMX, wie Mexico City hier nur genannt wird, sind im Moment T-Shirts und Jacken mit dem Aufdruck “Mexico is the Shit”. Get it? Find ich schon sehr cool, denn Mexiko ist wirklich einfach nur der Hammer.

Witzig ist auch zu beobachten, wie sich hier die amerikanischen Touristen andauernd entschuldigen, dass The Donald gewählt wurde. Ja, tut uns leid, das mit unserem Idioten als Präsidenten. Augustin, dem hier unsere Wohnung gehört, ist dann immer ganz verstört. “Erstens haben wir einen Präsidenten, der noch schlimmer ist als Trump (Enrique Pena Nieto) und zweitens können die ja persönlich nichts dafür” sagt er. Ist bestimmt nett gemeint von den Amis.

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Ach ja, “Mexico is the Shit.” Das sagen die Erfinder des Spruchs, eine Designergruppe aus CDMX dazu:

This isn’t just a jacket, it’s a statement.
It is an opportunity to remind the world that Mexico is great! That everything made in Mexico is done right. It is a tribute to all those Mexicans around the world that are shifting global culture with their beautiful hearts and brilliant minds; it’s a way to show that we are many and we are together; that we are raising the standards, reminding the world that our voice matters.

Hier könnt ihr die Jacke bestellen.

12 in 12 – So wird die Polizei ausgetrickst

Der Trick mit der CD
Der Trick mit der CD

Was, die CD hat ausgedient? Spotify, Youtube und Co. haben das Zepter übernommen und wenn schon, dann ganz zurück zu Vinyl? Aber bestimmt nicht in Moskau. Da sind CDs total angesagt.

OK, eins nach dem anderen. In Moskau fahren schickere Schlitten rum als in Chelsea. Lamborghini hier, Ferrari da. Heulende Motoren und Geschwindigkeitsrausch mitten in der Stadt. Die siebenspurigen Boulevards laden so richtig zum Rennerfahren ein. Spätestens wenn die Sonne untergeht, dann rasen einem die Boliden hier so richtig um die Ohren.

Doch wer nicht der Sohn eines Oligarchen ist und damit sozusagen eine „get out of jail free card“ im Handschuhfach hat, muss aufpassen, dass er nicht von einer der über 1’000 Kameras erfasst wird.

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Um die Kameras zu überlisten, gibt es einen einfachen Trick: Mit einer CD das hintere Nummernschild teilweise abdecken. Die Kamera versucht dann vergebens, die Identität des Fahrers festzustellen.

Doch ist das nicht illegal? Ja, schon. Das Abdecken der Nummernschilder ist verboten und wenn das ein Polizist bei einem entdeckt, dann gibt es auch einen Strafzettel. Doch der fällige Betrag für das Anbringen einer CD ist Vergleich zur Strafe fürs schnell fahren  so lächerlich tief, dass es sich lohnt, den Trick mit der CD immer und immer wieder anzuwenden.

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P.S. Eine Kostprobe der russischen Autofahrkunst und anderen Schabernacks gefällig? Dann schaut Euch mal (auf eigene Verantwortung) das Twitter Account von Only in Russia an. Stundenlanger Spass garantiert.

12 in 12 – Japanische Invasion in Moskau

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Was hat ein japanischer Getränkeautomat in einer Unterführung in Moskau zu suchen? DyDo steht drauf und alle Getränke sind japanischer Herkunft mit japansicher Beschriftung. Verwirrend. Das ist keine Versehen. In jeder, aber wirklich jeder Unterführung und jeder Metrostation in Moskau stehen bis zu 20 Automaten. Wie bestellt und nicht abgeholt. Auf Hochglanz poliert, in Reih und Glied. Kein Schabernack oder eine Filmkulisse. Sie sind wirklich da. Einsam und allein. In bald vier Wochen Moskau habe ich noch keinen einzigen Russen gesehen, der dort etwas kauft. KEINEN EINZIGEN.

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Die Automaten stehen nicht erst seit gestern da. Die ersten wurden vor zwei Jahren aufgestellt. Der riesige japanische Getränkekonzern DyDo hat mit der Stadt Moskau einen Vertrag abgeschlossen, der ihm erlaubt, 90’000!!! Automaten aufzustellen. Wie viele es bisher sind, ist schwer zu sagen. Doch es dürften mehrere Tausend sein. DyDo ist optimistisch und nach eigener Aussage davon überzeugt, dass Moskau mit seinen 12 Mio. Einwohnern 200’000 dieser Automaten absorbieren kann. Sehr schräg. Soda mit Pfirsichgeschmack, Ingwergetränke und andere japanische Köstlichkeiten sind im Angebot. Passt das zu den Russen?

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DyDo gibt zu Protokoll, der russische Kunde würde die japanische Qualität schätzen und sei gerne bereit, etwas mehr für ein Qualitätsprodukt zu bezahlen. Aha. Das sieht verdammt nach Fokus-Gruppen, Brainstorming in den Managementetagen Tokios und ausgiebigem Market Research aus….Wer sich das nur ausgedacht hat. Doch Moment. Da geht tatsächlich ein etwa 20-jähriger Russe auf den Automaten zu. Genau das Zielpublikum, das sich die Marketingurus wünschen. Er bleibt vor dem Automaten stehen, schaut sich alles genau an und…greift in den Münzauswurf, um zu sehen, ob da Kleingeld liegen geblieben ist. Nichts drin. Na wie könnte da auch was drin sein. Niemand benutzt die Automaten.

12 in 12 – Es war nicht nur Tetris

 

Dass der Klassiker Tetris – vielleicht das beste Video Game aller Zeiten – in Russland erfunden wurde, wissen wir. Doch der Arbeiter- und Bauernstaat hat mehr zu bieten und eine lange Tradition mit Arcade Games, die es nie über die Landesgrenze geschafft haben. Im Museum der Sowjetischen Arcade Maschinen kann man die alle bestaunen und noch viel wichtiger  – damit spielen

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