12 in 12 – Der grosse Blonde mit dem Schwarzen Schuh

 

Einer meiner absolut liebsten Filme aller Zeiten ist Pierre Richards “Der grosse Blonde mit dem Schwarzen Schuh” aus dem Jahr 1972. Ich weiss nicht, wie oft ich den Streifen gesehen habe. Es muss bestimmt ein Dutzend Mal gewesen sein. Das war zu einer Zeit, in der man noch gewartet hat, bis ein Film endlich wieder im Fernsehen gezeigt wurde – und der grosse Blonde wurde oft gezeigt; sehr oft.

So viele Szenen haben sich in meinem Gedächtnis für immer festgesetzt. Wie Pierre Richards bester Freund Maurice  hinter dem Abhörwagen auf seinem Fahrrad herfährt und seine Frau Paulette “Mach mir den Hengst” hören sagt, wie Pierre Richard am Flughafen die Rolltreppe herunterfährt und ungewollt zum Superagenten wird oder wie Mireille Dark, mit ihrem unvergesslichen Kleid, Pierre Richard verführen soll und das dann nicht ganz so läuft wie geplant.

Ihr wisst nicht, wovon ich spreche? Ich spreche von der wohl erfolgreichsten französischen Komödie der siebziger Jahre, die nicht zuletzt durch die von George Zamphir auf der Panflöte gespielte und von Vladimir Costa komponierte Filmmusik eine Legende wurde.

Noch immer nichts? Na dann will ich Euch auf die Sprünge helfen. Der Plot in Kurzform:

François Perrin (Pierre Richard) ist ein hochbegabter, jedoch etwas zerstreuter Geiger, der obendrein ein Verhältnis mit der Frau seines besten Freundes Maurice, Paulette, hat. Als Perrin nach einer Auslandstournee im Flughafen eine Rolltreppe mit zwei unterschiedlichen Schuhen herunterfährt, wird er aufgrund dieses Merkmals von einem Mitarbeiter des Geheimdienstchefs Toulouse auserwählt, unwissentlich einen „gefährlichen Agenten“ zu spielen, um seinen rivalisierenden Stellvertreter Milan auf eine falsche Spur zu führen.

Im Garten des Bürgermeisterhauses des 7.  Arrondissement hatte ich das Vergnügen, den Film diese Woche nochmals zu sehen.. Pierre Richard (mittlerweile 82 Jahre alt) und Vladimir Costa waren eingeladen. Bürgermeisterin Rachida Dati führte durch den Abend. Ich konnte es kaum fassen. Vereint mit dem Held meiner Jugend. Der grosse Blonde mit dem Schwarzen Schuh oder wie er im Original heisst, “Le grand blond avec le chaussure Noir”.  Statt mach mir den Hengst heisst es auf französisch Fais moi le cheval. Doch sonst bleibt alles beim Alten.

Es gibt Filme, die man als Teenager geliebt hat,  20 Jahre nicht mehr sieht und dann überrascht ist, wie man darüber je Lachen konnte.  Der grosse Blonde mit dem Schwarzen Schuh gehört nicht dazu und ist für mich noch immer eine der grössten Komödien aller Zeiten. Den Film hier in Paris im 7. Arrondissement zu sehen, wo er zum grossen Teil auch spielt (das ist der Stadtteil mit dem Eifelturm) ist ein Kindheitstraum, der spät in Erfüllung geht.

Pierre Richard, alias Francois Perrin ist mein Held;  oder um es mit den Worten von Bernard Bier zu sagen: “Ein ganz ausgeschlafener Bursche. Der macht mit uns, was er will”

Ach ja, wusstet ihr übrigens, dass der Film dann 1985 für das amerikanische Kinopublikum nochmals verfilmt wurde und zwar mit keinem geringeren als Tom Hanks in der Hauptrolle und dem Titel The Man with One Red Shoe? Ein fürchterliche Idee und ein fürchterlicher Film. Tom Hanks ist eben nicht Pierre Richard.

Der geniale Trailer (mit der Musik!!!):

Der ganze Film!!

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