Ich war gerade mal sechs Jahre alt und dennoch kann ich mich erinnern, als ob es gestern war. “Nicht so viel Russischer Salat” schrie mein Vater von hinten, als ich im Migros-Restaurant am Buffet stand und gerade liebevoll den zweiten Löffel meines Leibgerichts auf dem Teller platziert hatte. “Ich hab dir schon tausend mal gesagt, dass Russischer Salat extrem schwer und viel zu teuer ist. Nimm Blattsalat.”
Da könnt ihr Euch vorstellen, wie aufgeregt ich war, endlich in der Heimat des russischen Salats zu sein. Russischer Salat soviel ich will, dachte ich und steuerte gleich das Selbstbedienungsrestaurant des Warenhauses GUM direkt am Roten Platz an. Niemand, der mir hier sagt, ich soll nicht so viel Russischen Salat essen.
Ich mache es kurz: Der Russische Salat heisst hier gar nicht Russischer Salat, sondern Olivier Salat. Dazu kommt, dass die Zutaten nicht dieselben sind, wie bei uns.
Gekochte und klein geschnittene Kartoffeln, hart gekochte Eier, Karotten, grüne Erbsen und eine Salatmayonnaise sind noch gleich. Doch dann kommen Salzgurken und gekochtes Hähnchen- oder Rindfleisch dazu.
“Das ist gar kein Russischer Salat” murmelte ich lauter vor mich hin, als es mir lieb war. Doch egal. Nur aus Trotz holte ich mir noch eine zweite Portion.
Kein Festmahl in Russland kommt ohne eine grosse Schüssel Olivier Salat aus. Er ist der beliebteste aller Salate und mindestens so berühmt wie Borscht. Erfunden wurde der Salat übrigens Mitte des 19. Jahrhundert von einem Franzosen namens Lucien Olivier – der Legende nach im Auftrag des Zaren. Damals waren sogar noch Flusskrebse, Kalbszunge und Kaviar im Salat. Egal ob mit oder ohne Kaviar. Eines ist sicher. Dem Monarchen hatte bestimmt nie jemand gesagt: “Nicht so viel Russischer Salat.”













Wie frei ist man in Russland und was darf man hier alles sagen?
Ich weiss gar nicht, ob ich darauf stolz sein soll oder ob ich mich hier lieber aus dem Staub machen sollte. Doch der Reihe nach. Es hatte alles so gut angefangen. Die Sonne scheint über Moskau, die Luft riecht nach Abenteuer, die Strasse lacht mich an und das erste Vortasten unter Balalaikaklängen, Wodkaflaschen und einer wohl tuenden Gemächlichkeit tut so richtig gut.
“Veränderte Distanz von der Heimat verändert das innere Mass”. Jaja, schon gut, das ist natürlich nicht von mir, sondern von Stefan Zweig. Trotzdem setz ich nochmal einen drauf, einfacher aber keineswegs trivialer:
Frank Ocean is still thinking about forever. One of his two new albums is called Endless, even though its songs all seem to end too soon. The more significant release, called either Blonde or Blond depending on where you acquire it, repeatedly laments nights, season, and years that can never be retrieved. The first time his unadorned vocals appear on that album, Ocean sings, “We’ll let you guys prophesy / We gon’ see the future first.” The line comes across as a challenge to get on his level and unhitch from the present—a necessary step before accessing the deep pleasures of his uncompromising new music.
It’s almost as good as 

This is a really impressive. Thanks to